Schrozberg • 2024
Die neue Kantine des HAKRO Campus versteht sich als räumlicher Ausdruck der Unternehmenskultur. Unterhalb des Kommissionierlagers wurde eine vormals funktionale Zone mit Aufenthaltsraum und Umkleiden in einen geschützten, nach außen geöffneten Aufenthaltsraum transformiert, der Architektur und Landschaft miteinander verbindet. Zwischen Erdreich und Garten entsteht ein heller, atmosphärisch dichter Raum, in dem Funktion und Atmosphäre ineinandergreifen.
Zentrales Element ist der schwarze Küchenmonolith. Als skulpturale Figur organisiert er den Grundriss und bildet einen markanten Kontrast zum hellen, natürlich belichteten Gastraum. Zwei kreisrunde Öffnungen erlauben den Blick in die Produktion: Kochen als Teil des Raums, nicht als Service hinter der Kulisse. Bedient wird über eine offene Ausgabetheke mit Front-Cooking-Bereich, Pizzaofen, Nudelkocher und Wok. Die umlaufende Selbstbedienungszone führt als Bewegung um den Kern; Küchen- und Gastraumbereich gehen fließend ineinander über.
Der Zugang erfolgt über einen eingeschobenen Körper aus Fichte – ein wiederkehrendes Motiv auf dem Campus. Der holzverkleidete Eingangsraum markiert den Übergang vom Arbeitsalltag in die Pause und führt mit einer sich öffnenden Decke in den Gastraum. Zwei Loungebereiche begleiten den Weg: Orte für Kaffeepausen, Gespräche vor und nach dem Essen oder konzentriertes Arbeiten. Eine Sitztreppe unter einer abgehängten Decke mit einer Wolke aus Lichtern bildet einen zusätzlichen Rückzugsbereich und öffnet den Blick in den Raum wie auf eine Bühne.
Materialität und Licht prägen die Atmosphäre. Ein heller Gussterrazzo-Boden und akustisch wirksamer Putz fassen das Raumvolumen und bilden die ruhige Bühne für den dunklen Küchenblock und die schwarz gerahmte Pfosten-Riegel-Konstruktion. Helle, selbst entworfene Ahornmöbel nehmen die Anmutung klassischer Wirtshaustische auf – robust, warm und handwerklich präzise. Ein Mikado-Leuchtensystem spannt sich als feines, ordnendes Feld über die Tischzonen und verbindet lange Tafeln, Hochtische und flexible Sitzgruppen zu einem gemeinsamen Raum. Die schwarz gerahmte Glasfassade öffnet den Gastraum zum Garten und lässt ihn tagsüber lichtdurchflutet wirken; über die Terrasse verlängern sich Kantine und Aufenthalt ins Freie, sodass die Verbindung zur Natur über das Jahr hinweg spürbar bleibt.
So entsteht ein architektonisches Gefüge, das Funktionalität und Atmosphäre verbindet: ein Raum, der Offenheit zulässt, Rückzug ermöglicht und den HAKRO Campus um eine lebendige Mitte erweitert – als Ort für Leib, Seele und Gemeinschaft.