BISCHOFFS

Bad Urach • 2016

Im Ortskern der Kurstadt Bad Urach, nahe der Schwäbischen Alb, eröffnete im September 2016 das Hotel Bischoffs nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit durch Studio SEEBALD..
Die Erweiterung der ehemaligen Pension zum 4*+ Boutique-Hotel mit verschiedenen Gastronomiebereichen und angeschlossenem Spa auf dem traditionsreichen Brauereigeländes von „Quenzer Bräu“, interpretiert die verbleibenden Fragmente der alten Firmengebäude neu.

„Altbewährtes neu interpretiert“. So lautet die Philosophie des Restaurants „Wilder Mann“, das bereits seit 2009 von Familie Bischoff betrieben wird. Daran orientierten sich auch die Architekten bei der hochwertigen Umgestaltung und Sanierung des Ensembles.

Ein reduzierter Anbau ergänzt den gewachsenen Komplex aus Fachwerk- und Klinkerfassaden und bietet Platz für eine großzügige Treppenanlage und einen Aufzug. Die homogene Putzfassade mit großflächigen Verglasungen des Neubaus passt sich in die bestehende Straßenansicht ein. Der eigenständigen Charakter bleibt jedoch gewahrt und gibt dem Ensemble ein neues Gesicht.
Während eine geschossübergreifende Panoramaverglasung die oberen Etagen zur Straße öffnet, ist die Glasfassade im Erdgeschoss zurückgesetzt. Die entstehende, geschützte Loggia bildet eine Zwischenzone zwischen öffentlichem und halböffentlichem Raum.
Seitlich der Auffahrt, den Parkmöglichkeiten zugewandt inszeniert der neue Haupteingang das Ankommen im „Bischoffs“ mit einer markanten schwarzen Klammer aus Vordach und Türanlage.
Im Inneren des Anbaus wird den Weg in die oberen Geschosse mit einem durchgehenden Luftraum inszeniert, dessen Dimension durch eine Kaskade aus „Here Comes the Sun“ Hängeleuchten betont wird. Schon Tagsüber wirkt die Installation aus Lichtobjekten als Blickfang, bei hereinbrechender Dunkelheit illuminiert das - an einen Sonnenuntergang erinnernde - Licht der Designleuchten aus den 70er Jahren den Straßenraum szenenhaft.

Überall im Haus finden sich Verweise und Bezüge zur Geschichte und Tradition des Ortes, die sorgfältig in Szene gesetzt wurden und allen Räumen einen individuellen Charakter verleihen. Mal erinnert die Raumhöhe von bis zu 3,50 Meter an den ehemaligen Kinosaal. In anderen Zimmern wiederum wird durch freigelegte Fachwerkwände die Historie des Gebäudes spürbar. Kurze Treppenläufe zwischen den unterschiedlichen Gebäudeteilen des Bestands machen die Übergänge erlebbar und verleihen den jeweiligen Zimmern eine besondere Geborgenheit.

Eine stimmungsvolle Komposition - natürlich belassenes Eichenholz, komfortabler Teppich in warmen Beige, moderne tiefschwarze Einbaumöbeln sowie in kräftigem Blau akzentuierte Wände - prägen die Zimmer in den oberen Etagen. Abgerundet wird das sorgfältig gestaltete Interieur durch Leuchten mit industrieller Anmutung, Sitzgelegenheiten mit Retrocharme und hochwertigen Vorhängen, die wiederum das Blau der Wände aufnehmen.

Auch im Spa-Bereich wurde mit Liebe zum Detail eine besondere Atmosphäre geschaffen und Bezüge zur Umgebung im Tal aufgenommen. In rustikalen, großen Badezubern aus Holz kann der Gast ebenso wie von der Dachterrasse den freien Blick auf die Waldhänge der Schwäbischen Alb sowie die Burgruine des Hohen Urach genießen.

Beim Umbau des alten Kesselhauses wurde die vorhandene Qualität des Industriebaus erhalten. So ist der Charme der alten Brauereianlage weiterhin erkennbar. Unverputzter Klinker, geschliffener Estrich und robuste Holzmöbel, kombiniert mit modernen Designelementen und einprägsamen Artefakten der technischen Anlage lassen den ursprünglichen Industriecharakter in Bistro und Vinothek weiterleben.

Studio für Architektur und Gestaltung